Photographs

Eröffnung: Thursday, July 31, 8 pm
Von 31.07.2003 bis 13.09.2003
Öffnungszeiten: Mo-Fr 3-7pm, Sa 10am-1pm
Monika Wiechowska
Nude in a room, Poland 2001
C-print on aluminium
 

Monika Wiechowska verwendet die Kamera als Werkzeug, mit dem sie ihre Welt analysiert. Fotografie ist für sie das ideale Medium, die uns umgebende Realität in traumhaft stillstehenden Bildern zu reflektieren. Ihre Fotografien können den klassischen Genres wie Landschaft, Stillleben, Porträt oder Akt zugeordnet werden, zeichnen sich aber bei aller thematischen Diversität durch eine verbindende persönliche Vision aus. Intimität und selbstbewusste Sinnlichkeit sprechen aus ihren Selbstportraits. Mit Leichtigkeit gelingt ihr in assoziativ arrangierten Bildgruppen die Verzauberung alltäglicher Situationen in magische Momente. Ihre Fotografien lassen wie Traumbilder von einer Welt auf der anderen Seite des Spiegels einen Hauch des Irrealen im Realen erahnen.

„Monika Wiechowskas Fotoarbeiten irritieren durch eine stille „Magie des Gewöhnlichen“, die durch übergroße Ausdrucke, kunstvoll inszenierte Alltags-Trivalität und verschlüsselte kunsthistorische Anspielungen entsteht und gleichsam auf leisen Sohlen ins Bewusstsein des Betrachters schleicht. Die 1979 im polnischen Szczecin geborenen Kamerakünstlerin Monika Wiechowska hat sich mit ihren Projekten im öffentlichen Raum, weiters durch ungewöhnliche erotische Motive, intensive Selbstbetrachtungen und verwirrend dichte Porträts toter Tiere in die erste Reihe der internationalen Shootingstars katapultiert. Grund genug für die Galerie Fotohof, die Wirklichkeits-Interpretationen der Wahl-Amsterdamerin erstmals repräsentativ in Österreich zu zeigen. Der frische, unverbrauchte Bildzauber entsteht aus einem spürbar intimen Verhältnis der Künstlerin zur kalten Apparatur. Die Kamera wird zum liebevoll geführten Erkundungsinstrument von Gesichtern und Körpern. Die große innere Ruhe der Künstlerin spiegelt sich in Ikonenhaften, sakral angehauchten Kompositionen und einer Veredelung „billiger“ Realität. Die Poetisierung der kleinen, etwas muffigen, provinziellen Ostwelt gründet ganz auf der Intensivierung des Farbigen. Ein Stillleben aus Früchten, Industriegeschirr, Plüschteppich und grellen Kunststoff-Tischtuch verwandelt sich so in einem feierlichen Altar. Anonyme sommersprossige Ellbogen und Hände erhalten etwas Weihevolles, ebenso ein Schwarz-weiß-Selbstbildnis mit geöffneter Bluse und freigelegter Brust, das in seinem kompositionellen Aufbau und der zurückhaltenden Noblesse an das Motiv der milchspendenden Madonna erinnert.

Monika Wiechowska ist eine Meisterin im Erkennen und Festhalten des bedeutungsschwangeren Augenblicks. Sie bringt schlichte Sachverhalte in einen höherwertigen Zusammenhang. Der Blick in das schummrige Dunkel eines Bettunterbaus wird zum Hell-dunkel-Ereignis von eigenartiger Lebendigkeit. Das Tote erwacht zu gespenstischen Scheinleben. Die Nahsicht auf einem erlegten Rehbock verwandelt die Anzeichen der Erschlaffung in grazile Körpersprachlichkeit. (…)“ Dr. Anton Gugg

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